Nordkap100: Berichte zum Lauf unseres Lebens

Hier findest du ein paar Berichte zu unserem Projekt Nordkap100.

Schaue auf auf unserem YouTube Kanal für tägliche Updates: https://youtube.com/@Laufgelaber

Start und Dänemark

Wir sind am 7. Mai 2026 auf der Insel Fehmarn zu unserem lauf gestartet. Das Wetter war trüb, windig und kühl, aber das ist fürs Laufen ja recht gut. Die erste Etappe führte über 14 Kilometer nach Puttgarden zu Fähre.

Mit der Überfahrt nach Dänemark hatten wir so schon das erste Land (Deutschland) von unserer Reise hinter uns gelassen. In Dänemark haben wir noch zwei Etappen gelaufen um in Maribo auf einem Wohnmobilstellplatz zu übernachten.

So wirklich weit weg (34 Kilometer) von Zuhause hatten wir es zwar nicht geschafft, aber wir waren aufgeregt und stolz das Projekt gestartet zu haben.

Die nächsten Tage ging es dann durch Dänemark Richtung Norden. Wir wollten in Helsigor die Fähre nach Schweden nehmen. Bis Roskilde kannten wir uns schon ein bisschen aus, denn diesen Weg hatten wir bei unserer Lastenradtour (siehe Kopenhagentour ) in umgekehrter Richtung befahren.

Hinter Roskilde betraten wir dann Neuland, wobei es natürlich weiterhin über die gut ausgebauten und reichlich vorhandenen dänischen Radwege ging. Wir liefen uns so langsam ein und entwickelten eine Tagesroutine.

Überwiegend war das Wetter gut, aber wir sind auch ein paar mal nass geworden.

Hier findest du den Film zu unserem Start und den Lauf durch Dänemark: https://youtu.be/MAXIHKBo6No

Ankunft in Schweden

Vor der Überfahrt nach Schweden haben wir auf einem Campingplatz übernachtet und dessen Einrichtungen genutzt für Duschen, Wäsche waschen und den CamperVan zu versorgen.

Es war also alles frisch als wir die Überfahrt antraten. Zwar standen wir in der Fähre in der ersten Reihe, aber durch das geschlossene Tor haben wir dann doch kaum etwas von der Schiffsreise mitbekommen. Allerdings beim Anlegen hatten wir alles sehr gut im Blick.

Schweden hat uns mit freundlichem Wetter empfangen und mit guter Infrastruktur, wie auch schon in Dänemark. Wenig Verkehr und noch weniger Hektik, sehr angenehm.

Zunächst führte unsere Etappen an der Küste entlang und wir hatten wunderschönen Meerblick. Allerdings möchten wir, wenn möglich die kürzeste Route zum Nordkap nehmen und so mussten wir dem Meer zumindest für ein paar Tage auf wiedersehen sagen.

Jetzt querten wir das Land, fanden nette, ruhige Nachtplätze und nutzen tagsüber die guten Wege und Straßen. Auch besuchten wir so manchen Supermarkt um unsere Vorräte aufzufüllen. Die ca. 30 Kilometer pro Tag machen einem ordentlichen Hunger und der muss gestillt werden.

Dabei achteten wir auf möglichst vollwertige und biologische Ernährung, denn wir müssen unsere Körper für die lange Riese in Schuss halten. Das ist übrigens ganz gut gelungen, auch wenn das vegetarische und bio-Angebot hier in Schweden nicht so umfangreich ist wie in Dänemark.

Ein paar Tage streiften wir noch mal die Küste bevor wir nun für mehrer Wochen ins Landesinnere eintauchen.

Den Film zur Ankunft in Schweden findest zu hier: https://youtu.be/SIbZAz6XNS0

Erste Wälder und Seen

Wilde Wälder und hübsche Seen haben uns bereits in Empfang genommen.

Das Straßennetz wird etwas dünner, ist aber weiterhin gut ausgebaut. Die Pisten im Wald sind erstaunlich breit und gut befahrbar. Laufen klappt da sowieso problemlos. Es ist allerdings recht einsam, auch wenn alle paar Kilometer ein Haus steht. Teilweise sehen wir über einige Stunden keinen Menschen und wir sind noch nicht wirklich in den entlegenen Gebieten angekommen.

In Anderstorp übernachten wir heute auf dem Coop-Parkplatz (inkl.WLAN). Allerdings hatten wir etwas Schwierigkeiten uns zu finden. Haralds Handy machte Probleme und navigieren war nicht möglich. So dauerte es einige Zeit bis wir uns gefunden hatten und es kamen ein paar Extra-Meter auf die Uhr. Dann hatten wir allerdings eine ruhige Nacht.

Unsere Route zielt derzeit auf Jönköping, das wir in ein paar Tagen erreichen werden. Danach geht es links vom Vättern weiter nach Norden.

Aber zunächst tauchen wir wieder in die schwedischen Wälder ein. Hier finden wir ganz gute Stellplätze, meist auf Feldwegen, Kreuzungen oder Lichtungen im Wald. Wobei wir immer in der Nähe von Straßen, z.T. Pisten und natürlich entlang unserer Laufroute bleiben.

In Taberg haben wir nicht nur am Fuß des gleichnamigen Berges übernachtet, sondern diesen in einer Wanderung auch bestiegen. Zwar ist er „nur“ 343 Meter hoch, aber die muss man dann auch auf einer sehr steilen Route ersteigen. Der Ausblick ist jedoch wirklich toll und man bis Jönköping schauen. Hier ein kleines Video zu unserer Besteigung: https://youtu.be/MrPJctpzMTc

Für den nächsten Tag mussten wir unsere Route umplanen weil der angepeilte Campingplatz wegen eines Brandes geschlossen war. So kam eine verkürzte Strecke mit nur halb so vielen Kilometern wie üblich heraus und das fühlt sich wie ein Pausentag an. Passt aber gut nach unserem Bergabenteuer von gestern.

Aber auch beim neu ausgesuchten Campingplatz gab es erst mal ein wenig Irritation, den es war kein Personal vor or, die Rezeption geschlossen und wir etwas ratlos was wir tun sollten. Als wir dann schon mal mit der Entsorgung des Fahrzeuges anfingen zeigte sich dann doch der Betreiber und wir konnten einchecken. Der Platz an sich ist sehr schön, liegt direkt an einem See und war fast leer. Wie immer tankten wir Wasser und Strom und nutzten auch Waschmaschine und Trockner.

Die nächsten Tage lief es weiter über Straßen und Pisten durch den Wald. Wir konnten Stellplätze am Straßenrand, einer Festwiese und hinter einer Kirche finden.

Das Video zu unserer Woche in Schweden findest du hier: https://youtu.be/v3SjuAjLvUo

Am Vettern entlang

Jönköping haben wir in den vergangenen Tagen nur gestreift, d.h. haben die Stadt recht liegen lassen und sind nun neben dem Vettern. Hier gibt es ausgedehnte dichte Wälder und auch Nationalparks.

Wir haben unsere Etappen von drei auf zwei pro Tag umgestellt, d.h. jeder läuft nur eine Etappe. Allerdings müssen wir ja trotzdem auf unsere geplanten 30 Kilometer kommen und so gibt es für Harald jetzt Etappen um die 20 Kilometer und für Lydia dann um die 10 Kilometer. Mal sehen wie wir mit diesem Konzept zurecht kommen.

Wir passieren Karlsborg und überschreiten den Götakanal, der zwar berühmt, aber hier an der Mündung in den Vettern eher unspektakulär ist. Dann erreichen wir den Nationalpark Tivenden und erleben ganz viel Natur mit dichten Wäldern und einsamen Seen.

In Askersund stehen wir dann auf dem Gästeham im kleinen Hafen. Diese Stellplätze gibt es oft in Häfen und sie bieten Toiletten, Duschen, Strom und Waschmöglichkeiten. Wir konnten also die Waschmaschine nutzen, allerdings gab es keinen Trockner und so wurde der Camper zum Wäschetrockner.

Während die Wäsche trocknete haben wir einen kleinen Stadtrundgang gemacht. Wir waren vor dreißig Jahren schon einmal hier und stellten mit Erschrecken fest, das wir praktisch nichts von der Stadt wiedererkannt haben, obwohl es sich kaum geändert hat.

Nach einer Nacht in Kumla stand Örebo als nächstest Ziel auf unserer Liste. Da haben wir uns mal wieder ein Schopping-Erlebnis in der Mariaberg Galleria gegönnt. Diese Shopping-Malls gibt es in vielen Städten in Schweden und man findet dort unter einem Dach vereint viele kleine Geschäfte. Meist sind es allerdings Filialen großer Händlerketten mit Schuhen, Bekleidung, Accessoires, Haushaltswaren, Taschen, Koffer usw. Auch ein großer Lebensmittelladen ist immer dabei.

Nach dem Besuch eines solchen Komsumtempels mit den vielfältigen optischen und akustischen Eindrücken, dem hektischen Treiben auf den riesigen, aber vollen Parkplätzen und dem Gewusel der vielen Menschen, freuen wir uns auf den Wald.Wir haben dann ein paar Tage genug von der Zivilisation und genießen unsere einsamen Routen.

Damit du einen Eindruck von so einem Lauftag hast, haben wir einen Lauferlebnistag gemacht und unseren Tagesablauf mit vielen Videos dokumentiert. Hier kannst du den Lauferlebnistag anschauen und mitlaufen: https://youtu.be/Cmg9NQXVKos

Eine Nacht haben wir am Hafen in Köping verbracht und dieser Stellplatz war sogar kostenlos. In Västerås, der sechst größten Stadt Schwedens stehen wir im Hafen direkt an einem Wake Park. Wir konnten ein wenig die Stadt erkunden und hatten ansonsten eine erholsame Nacht.

Das Video zu dieser Woche findest du hier: https://youtu.be/psQqRXLRJ6w

Die ersten 1000 Kilometer

Auf ein erstes Highlight dieser Woche sind wir eher zufällig gestoßen. Die Schiffsetzung und der große Runenstein von Anundshög lagen einfach direkt am Wegesrand. Harald wurde davon überrascht und hat dann einige Zeit mit er Erkundung des Monuments verbracht. Anundshög ist der größte Grabhügel Schwedens, der Runenstein in seiner Art einzigartig. Ein beeindruckendes und rätselhaftes Denkmal.

Aber auch die schwedische Landschaft hielt wieder schönes für das Auge bereit und so gingen die Laufeinheiten schnell und kurzweilig von der Hand. Aber das Wetter hatte auch ein paar kräftige Regenschauer im Gepäck und wir sind ordentlich nass geworden. Verschiedene Feldwege dienten als Stellplätze und die Schuhe und Kleidung konnte getrocknet werden.

Wir sind jetzt überwiegend im Wald bzw. ländlicher Umgegend unterwegs. Stellenweise gibt es nicht mal ein Handynetz. Statt Städten gibt es kleine bis mittelgroße Ortschaften. Zum schwedischen Nationalfeiertag hat Lydia Zimtschnecken gebacken und an vielen Häusern wehte die schwedische Fahne.

Der Campingplatz in Söderfors wird gerade modernisiert, ist aber mit einen Schwimmbad schon recht gut ausgestattet. In einem englischen Park am Ort finden wir sogar einen griechischen Tempel, den ein reicher Magnat dort hat bauen lassen.

Im Shopping-Center von Valbo haben wir Lebensmittel eingekauft und ansonsten die vielen chicken Auslagen bewundert. Wiedermal etwas Trubel nach den einsamen Tagen in Wald und Flur.

Eine interessante Erfahrung machten wir an unserem nächsten Übernachtungsplatz, einem kleinen Wanderparkplatz in der Nähe von Gävle. Schon seit ein paar Tagen hatten wir feststellt, dass es je weiter wir nach Norden kommen umso länger hell ist. Direkt an unserem Stellplatz war ein fleißiger Waldarbeiter mit dem einsammeln und stapeln von Baumstämmen beschäftigt. Wir dachten nun, der macht sicher gleich um 18 Uhr Feierabend, aber nein bis nach 22 Uhr arbeitete er intensiv und war am nächsten Morgen um 6 Uhr war er schon wieder da. So hat er den längeren Tag optimal ausgenutzt.

Mit Gävle hatten wir auch die Ostküste Schwedens erreicht und würden jetzt daran entlang nach Norden laufen. Auch wenn wir selten etwas vom Meer zu sehen bekamen, da wir kürzeren Wegen etwas entfernt von der Küste folgten.

Mit dem Ende dieser Woche haben wir die ersten 1000 Kilometer geschafft und damit wahrscheinlich das erste Drittel zum Nordkap. Das Video dazu findest du hier: https://youtu.be/xydH4H9NXLw

Lange Tage in Schweden

Diese Woche startet mit einem starken Mosquito-Angriff und wir mussten feststellen das wir dafür nicht gut genug gewappnet sind. Fast die gesamte Nacht über haben uns die gierigen Blutsauger belästigt und sind sogar in den CamperVan eingedrungen. Offensichtlich ist die Zwangsentlüftung an den Deckenfenstern ein guten Einfallstor und so mussten wir uns der sirrenden Plagegeister per Hand erwehren.

Im nächsten größeren Ort haben wir dann aufgerüstet. Zum einen eine zusätzliche Dichtung bei den Fenstern eingezogen und zum anderen mit Mr.Mosquito in Mückenabwher investiert. Am nächsten Standort war es jedoch ruhig, zumindest im CamperVan. Außerhalb hat die Mückensaison definitiv begonnen und wir konnten uns praktisch nicht mehr gemütlich im Freien aufhalten.

Am Gästeham in Söderhamm haben wir neben anderen Campern aus Siegburg gestanden. Die hatten den Trip zum Nordkap schon hinter sich und waren auf dem Weg nach Hause.

Zwischendrin nutzen wir auch schon mal Supermarkt-Parkplätze zum Übernachten und fühlten uns zwischen Lidl und Würth in einem Gewerbegebiet fast wie Zuhause. Einige Regentage waren zu ertragen, die Lydia uns aber mit einem selbst gebackenen Apfelstrudel versüßt hat.

Diese Woche hat uns der Regen vor einige Herausforderungen gestellt, aber es wurde wieder trocken und wir auch, wie du im Video sehen kannst: https://youtu.be/dB2WH5fwRhI

Von Brücken, Sumpf und Sonne

Auch wenn wir uns jetzt parallel zu Küste bewegen heißt das nicht das es flach ist, denn wir laufen ja nicht am Strand entlang. Die Etappen sind gespickt mit kleinen und großen Hügeln mit teils sehr langen Anstiegen und auch der Wind bläst uns ordentlich in Gesicht.

Kurz vor Sundsvall war unsere erste Gasflasche zum Kochen und Heizen leer, aber wir hatten eine Zweite dabei und konnten einfach tauschen. Das Nachfüllen der leeren Flasche in Sundsvall war auch gar kein Problem und innerhalb von 5 Minuten erledigt, ganz ohne Adapter oder Aufwand. In Sundsvall nutzen wir auch die mächtige Brücke. Die Ostküste ist geprägt von vielen Fjorden die sich teilweise weit ins Inland ziehen. Brücken sind deshalb reichlich vorhanden, aber oft nur für Autos befahrbar (d.h. Autobahnbrücken der E4).

Wir liefen nun die großen Städte entlang der Ostküste ab und dazwischen durch einsamere Landschaften. Zum Teil waren es nur schmale Trails und manchmal nicht mal das. So blieben wir zwar von oben trocken, aber hatten auch schon mal versunkene Wegstrecken zu durchwaten. Diese eher langsamen Fortbewegung war dann ein fest für die Stechmücken. Ein Stück lief Harald sogar auf Strümpfen, weil er wegen der Mücken nicht anhalten konnte um die Schuhe wieder anzuziehen.

Aufgrund der Fjorde und der für uns nutzbaren Brücken mussten wir teilweise lange Umwege in Kauf nehmen. Dafür sahen wir aber wunderschöne Landschaften und teils etwas vergessene Orte, die mit dem Bau der Autobahn ihre einstige Bedeutung verloren haben.

Lunde ist eine davon in der wir übernachtet haben und die den Charm der 50er Jahre auch heute noch ausstrahlt, inkl. kleinem Automuseum und nostalgischen Cafe.

Ein Teil der Brücken, Sümpfe und Sonne siehst du u.a. auch im Video: https://youtu.be/_S8e3pGcVds

Wilde Natur

Nächster großer Ort ist Örnsköldsvik, der für uns einige Überraschungen parat hielt. Nachdem wir uns die vergangene Woche durchgeschlagen haben mit Brücken, Sumpf und Sonne waren wir glücklich im Gästeham von Örnsköldsvik angekommen zu sein. Wir konnten uns und unsere Sachen ausgiebig waschen und mit schöner Aussicht auf die Stadt entspannen.

Örnsköldsvik ist ein Wintersportort und hat eine interessante Skisprungschanze, die mitten in der Stadt steht und deren Auslauf unter den Bahngleisen verläuft. Dazu gibt es weitere interessante Architektur zu bewundern, wie ein Haus mit Zimmern über dem Abgrund. Wir waren echt fasziniert von dem Wohnkonzept.

Aber Wintersport bedeutet natürlich auch das es Berge gibt und so hatten wir weiterhin einiges an Höhenmetern zu laufen.

Grob gesprochen folgen wir der Europastraße E4, die teilweise als Autobahn ausgebaut ist und deshalb nicht von uns zum Laufen genutzt werden kann. Es gibt aber nicht mehr so viele Alternativen, zumindest wenn man keine sehr großen Umwege in Kauf nehmen will. So mussten wir auf kleine bis sehr kleine Wege und Pfade ausweichen, die uns aber schon mal zum Verhängnis wurden.

Harald durfte wiedermal baden gehen und Lydia stand plötzlich vor einem hohen Tor, wo sie sich gerade noch so durchquetschen konnte. nachdem Harald an einem Tag über mehrere der ca. 3 Meter hohen Tore gestiegen war und dennoch ein Stück Autobahn laufen musste entschlossen wir uns zu einer Änderung der Routenplnaung.

Ab Umeå planten wir unsere Laufstrecken auf der Basis von Fahrradwegen bzw. mit der Auswahl „Fahrrad“. Das vermeidet die schmalen, teils nicht mehr erkennbaren Pfade und ist tatsächlich auch vielfach kürzer.

Die Wege sind gerader, vermeiden aber Autobahnen und nutzen wo möglich Radwege und andere gut befestigte Nebenstraßen und Wege. Gerade weiter im Norden, wo sich die Fußwege endlos durch Wälder und über Berge schlängeln sind die Fahrrad-Routen sogar kürzer. So konnten wir die Anfangs in Gebieten mit viel Infrastruktur längeren Wege gut in Kauf nehmen.

In Skellefteå nutzten wir einen Campingplatz der im Winter der Auslauf von einem Skihang ist. Außerdem holten wir ein Päckchen mit einem Transponder für den CamperVan ab, über den die Maut in Skandinavien einfacher und günstiger abgerechnet wird.

Schöne Bilder zu dieser Woche findest du hier im Video: https://youtu.be/pgOfBVtakQg

Unterwegs auf Radrouten

Auf den Radrouten geht es uns jetzt doch besser, auch wenn wir hier und da ein wenig mehr laufen müssen. Ein paar Tage wurde es richtig heiß, zumindest für schwedische Verhältnisse und wir wurden regelrecht gegrillt auf dem heißen Asphalt. Sicher kein Vergleich mit den Temperaturen in der Mitte Europas, aber für unsere Laufetappen doch zusätzlich anstrengend.

Als Ausweg starten wir nun unsere Läufe noch früher. Das ist problemlos möglich, da hier jeder Tag ein bisschen länger wird. So können wir auch dem ein oder anderen Regen ausweichen, indem wir früher oder später starten.

Wir hatten diese Woche mehrfach Glück mit unseren Stellplätzen, die wir sogar eher zufällig gefunden haben, d.h. wir haben nicht den geplanten Platz genommen sondern vor Ort gesucht. Vielleicht werden wir aber auch einfach geschickter und erfahrener bei der Suche.

Um uns unabhängiger vom Strom der Campingplätze zu machen haben wir ein Solarpanel bestellt. Strom brauchen wir vor allem für unsere Notebooks und ganz wichtig die Getreidemühle. Zum Frühstück essen wir immer ein Frischkorngericht das wie der Name schon sagt frisch gemahlenes Korn enthält. Es ist sicher ein Stützpfeiler der täglichen Laufleistung die wir erbringen und hält uns fit und gesund.

Wir mussten feststellen das eine Lieferung nach Schweden nicht so einfach ist und haben das Panel deshalb nach Finnland bestellt (das ging ganz einfach). Nun sind wir gespannt wie die Lieferung läuft und ob die Ankunft des Panels und unsere am Zielort Kolari auch gut zusammen fällt.

Luleå ist eine weitere große Stadt an der Küste die wir diese Woche besuchen und auch dort haben wir auf einem Campingplatz übernachtet. Der war allerdings schon recht voll, denn auch in Schweden sind gerade Ferien. Wir biegen jetzt von der Küte ab in Richtung Nordwesten, denn sonst kommen wir zu weit weg vom kürzesten Weg zum Nordkap.

Die Nutzung der Radrouten hat sich bewährt, denn immerhin musste keiner von uns diese Woche schwimmen oder waten. Auch das Wetter war soweit in Ordnung.

Unsere Erlebnisse der Woche siehst du in diesem Video: https://youtu.be/g7X0SYfYrJw

Über den Polarkreis

Diese Woche geht es weiter durch immer einsamere Gegenden, denn die größeren Städte am Meer haben wir hinter uns gelassen. Trotzdem ist das Land nicht leer, sondern es gibt eher viele kleinere Dörfer und Siedlungen.

Auch Einkaufsmöglichkeiten gibt es immer noch reichlich, wobei wir einige Vorräte dabei haben und so nicht auf den täglichen Einkauf angewiesen sind. Dabei ist der CamperVan nicht mal übervoll, d.h. wir könnten noch einiges mehr mitnehmen. Wir haben eher schon zu viel dabei, so haben wir die langen Laufsachen bisher noch nicht gebraucht. Mal sehen wir das weiter im Norden ist, Polarkreis hört sich eigentlich kalt an oder?

Immer mal wieder stehen wir an sogenannten Sheltern. Das sind Hütten mit Feuerstelle wo man übernachten kann. Wir haben den Eindruck die gibt es hier häufiger als weiter südlich. Zum Teil sind diese richtig gut ausgebaut und an einer Stelle gab es sogar eine Sauna.

Statt am Meer laufen wir jetzt eher an großen Flüssen entlang und die sind richtig groß und breit. Am Kalixelven übernachten wir auf einem Campingplatz mit angeschlossenem Schwimmbad, das Harald gerne genutzt hat.

Dann ging es mit großen Schritten Richtung Polarkreis, den Lydia in ihrer Etappe dann auch überschritten hat. Auch wenn man sich den Polarkreis etwas anders vorgestellt hatte, hier ist es eher unspektakulär. Ein einfaches, wenn auch großes Schild und ein etwas heruntergekommenes Polarkreis-Monument markieren die Stelle.

Wir nutzen den Parkplatz immerhin als Nachtlager und können so behaupten auf dem Polarkreis genächtigt zu haben. Fühlte sich nicht anders an als sonstwo auch. Allerdings kamen die ganze Nacht hindurch immer wieder Menschen an und machten ein Foto vom Polarkreisschild. Gut das es gar nicht mehr richtig dunkel wird, so kann man auch mitten in der Nacht gute Fotos machen.

Nicht weit hinter dem Polarkreis haben wir dann auch die 2000 Laufkilometer geschafft und uns darüber mächtig gefreut. Immerhin sind wir bisher ohne größere Probleme durch gekommen und fühlen uns weiterhin fit und gesund.

Und dann ist es plötzlich passiert, wir haben das erste Rentier gesehen. Natürlich waren wir total aufgeregt und wussten nicht so recht wie wir damit umgehen sollten. Das Tier fraß gemütlich im Straßengraben und hat uns ignoriert. Ganz langsam ist Lydia vorbei gelaufen und Harald gefahren. Für uns war es ein echtes Erlebnis, das Tier was kaum beeindruckt.

Als letzten größeren Ort in Schweden passierten wir Pajala und machten uns dann auf nach Kolari in Finnland. Dazwischen überschritten wir die Grenzbrücke. Es war total unspektakulär, denn dort steht nur ein Schild. Allerdings wechselt man die Zeitzone, denn in Finnland ist es eine Stunde später. Zusätzlich wechselt man die Währung, denn in Finnland gibt es den Euro.

Die tollen Erlebnisse dieser Woche siehst du im Video: https://youtu.be/GePZ0P1Ddo8

Finnland und Rentiere

An den Wechsel der Zeitzone und Währung mussten wir uns etwas gewöhnen. Die Preise sahen so klein und günstig aus, aber das Angebot im Supermarkt in Kolari war sehr vielfältig. So viel verschiedene Auswahl an Obst und Gemüse haben wir selten in unseren Märkten in Deutschland gesehen. Aber klar, es muss alles hier hin transportiert werden und da kann man auch gleich Vielfalt bieten.

Auf jeden Fall haben wir uns über das Angebot gefreut und es intensiv genutzt. Ach ja, das Solarpanel wartete ebenfalls in diesem Supermarkt auf uns und konnte problemlos abgeholt werden. Jetzt muss nur noch mehr die Sonne scheinen.

Die Routen und Landschaft in Finnland unterscheidet sich nicht sehr von der in Schweden. Es geht endlose Straßen entlang die von Bäumen gesäumt sind oder von mächtigen Flüssen. Jetzt war es der Muonio der uns über lange Strecken zum Leitbild wurde.

Die Campingplätze waren allerdings deutlich rustikaler, aber auch gemütlich. Wir nutzen sogar die in Finnland obligatorische Sauna, bzw. Saunen, getrennt für Männer und Frauen. Harald nahm seine Abkühlung sogar im Muoniofluss. Es war ein schönes Erlebnis der finnischen Kultur.

Die Landschaft änderte sich dann doch mehr und mehr, die Bäume wurden niedriger, Nadelbäume verschwanden bis nur noch Birken übrig waren. Die wurden dann auch immer kleiner und krüppeliger. Auch wenn es jetzt im Sommer warm war, so müssen die Pflanzen dem Monate lagen dunklen Winter doch Tribut zollen.

Die Mücken stört das allerdings noch nicht und so mussten wir uns auch hier deren erwehren. Wir blieben meist im Wagen und hielten Fenster und Türen geschlossen. In der Stadt Muonio wurden wir in der Nacht dennoch von Mücken regelrecht überfallen und fanden kaum Schlaf. Später stellten wir fest das sie durch die Frontlüftung in den CamperVan eingedrungen waren.

Nach der Umstellung auf Innenlüftung und Einsatz unseres Mückenabwehrgeräts konnten wir der Plage in den nächsten Tagen Herr werden. Allerdings waren Außenaufenthalte nur laufend zu ertragen.

In Enontekiö wurde Lydia beim Einkauf als Glücksfee ausgewählt und durfte Gewinner einer Verlosung ziehen. Dafür musste sie extra nach Finnland fahren um so etwas mal zu erleben. Immerhin hat es etwas gedauert bis über die Sprachbarriere klar war was man von ihr erwartete.

Immerhin bekamen wir auch mehr rentiere zusehen, die teilweise sogar zum Stadtbild gehören und von Niemandem groß beachtet werden. Diese Verhaltensweise beruht allerdings auf Gegenseitigkeit, nur wir Touristen waren hellauf begeistert.

Finnland ging dann für uns recht schnell zu Ende und wir erreichten Norwegen.

Die Ereignisse in Finnland (und Rentiere) siehst du in diesem Video: https://youtu.be/Flu2ULb1QTA

Traumhafte Landschaft und laufen mit Rentieren in Norwegen

Wieder haben wir das Land gewechselt, diesmal von Finnland nach Norwegen. Und gleichzeitig wechselte auch wieder die Zeitzone und die Währung.

Der Übergang an sich passiert auch hier ohne Kontrollen, dank dem vereinten Europa. Lediglich ein paar Schilder markieren die offene Grenze. Wir Älteren können uns da an ganz andere Zustände erinnern und feiern deshalb dankbar diese heutige Selbstverständlichkeit.

Norwegen selbst unterscheidet sich kaum von Finnland, allerdings haben die Straßenmarkierungen eine andere Farbe. Ansonsten geht es weiter über die wellige Hochebene mit ihren buschartigen Birken. Vor Rentieren wird gewarnt, aber zunächst sehen wir keine.

In Kautokeino stehen wir wieder auf einem Campingplatz. Hier sind die Einrichtungen, aber auch der gesamte Ort noch einfacher und rudimentärer. Aber es ist alles ausreichend vorhanden inkl. Supermärkte.

Wir besuchen die kleine Kirche und erfahren das hier zum Ende des 2. Weltkrieges alles von den sich zurückziehenden deutschen Truppe nidergebrand wurde, das macht uns traurig. Die Kirche ist deshalb nicht so alt wie sie sein könnte. Immerhin wurde einiges vor dem Brand in Sicherheit gebracht und steht heute wieder in der Kirche.

Am Ort gibt es auch eine berühmte Silberschmiede und da treffen wir uns mit Freunden, die über Helsinki zum Nordkap gefahren sind und auf der Rücktour ebenfalls in Kautokeino Station machen. Wir verbringen eine angenehme, gemeinsame Zeit in der geräumigen und beeindruckenden Silberschmiede.

Der Campingplatz ist nur wenig ausgelastet und es ist deshalb sehr ruhig. Die Mücken sind allerdings auch hier wild aktiv, aber wir haben Vorsorge und Umgang gelernt und handeln entsprechend. Draußen sitzen fällt aber trotzdem aus, auch weil es ein paar kräftige Regenschauer gibt.

Wir diskutieren die weitere Route, entweder über Alta oder Karasjok. Beide Routen unterscheiden sich bzgl. der Länge und Höhenmeter kaum. Letztlich entscheiden wir uns für Alta, wie die meisten Nordkap-Reisenden. Diese Route ist zwar deutlich stärker befahren, aber wenn wir sehr früh laufen sollte der Verkehr kein Problem sein. Sie ist etwas kürzer, soll auch weniger Mückenbelastet sein, was ein großer Vorteil wäre.

Unsere Nachtlagen finden wir auf Parkplätzen, Parkbuchten oder Feldwegen direkt an der Strecke. Hier gibt es keine Wälder mehr in denen man den CamperVan geschützt abstellen könnte. Wenn man Glück hat sind ein paar Büsche da. Der Verkehr ist jedoch auch nicht so stark und Nachts ist man praktisch alleine auf weiter Flur.

Das Wetter ist eher trüb und wir bekommen auch den ein oder anderen Regenschauer mit. Das werten wir als großen Vorteil, denn dann fliegen die Stechmücken und Bremsen weniger oder gar nicht. So kommen wir erstaunlich gut durch das verseuchte Gebiet.

Etwas Sorgen machen wir uns wegen dem Alta Canyon, einer Schlucht den ein reißender Fluss gegraben hat und wo die Straße sehr schmal sein soll. Wir entscheiden uns für einen Lauf am ganz frühen Morgen und passieren den sehr beeindruckenden Alta Canyon fast ohne Verkehr. Obwohl wir oft anhalten um Bilder und Videos zu machen können wir den überwältigenden Eindruck nicht wirklich einfangen. Aber er wird für immer in unserer Erinnerung bleiben.

Am Fuss den Alta Canyons, d.h. ca. 300 Höhenmeter tiefer als beim Start, gibt es dann auch wieder Bäume und Wald. Ein echtes Kontrastprogramm gegenüber der fast kahlen Hochebene. Nach ein paar schönen Waldkilometern erreichen wir Alta, bzw. einen Campingplatz am Rande der Stadt.

Der Campingplatz wirbt übrigend damit das es keine Stechmücken gibt. Wir haben das als als großmundiges Marketing abgetan und gelacht, denn auf dem weg dahin haben wir sogar beim Laufen Stiche abbekommen. Tatsächlich gab es dort jedoch keine Mücken mehr bzw. nicht übermäßig viele, so dass man sogar draußen sitzen konnte. Warum das so ist, ist uns nicht klar, denn der Platz liegt direkt an einem Fluss, nahezu auf Meereshöhe. Rätselhaft, aber sehr willkommen. Die Mücken waren wir damit für den Rest unserer Reise los, erstaunlich.

Alta liegt am Meer und ist nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Nordkap und wir laufen in einem Bogen um die Stadt weiter Richtung Norden. Zunächst begleiten uns noch Bäume und Wälder, aber bald geht das wieder in Buschwerk über, als wir uns von der Küste abwenden. Wir erreichen Skaidi und beenden dort die Woche.

Einige Hügel und kleine Berge müssen noch überwunden werden um auf der anderen Seite wieder das Meer zu erreichen. Das ist aber die Geschichte der nächsten Woche.

Die vielfältigen Erlebnisse dieser Woche siehst du im Video: https://youtu.be/o6s3nqH75_U

Finale am Nordkap

Die Landschaft in und um Skaidi ist von hügeligem Gelände geprägt und es gibt praktisch keine Bäume mehr bzw. die Birken werden nur noch so groß wie Büsche. Die Höhe über dem Meeresspiegel ist zwar eher gering (um 230 Meter), aber in Kombination mit der nördlichen Lage ergeben sich entsprechend harte Bedingungen für die Vegetation. Da machen manchmal ein paar Höhenmeter den Unterschied zwischen Buschwerk und Kahlheit. Auf den Schattenseiten der Hügel konnten wir sogar Reste von Schneefeldern erkennen.

Mit zwei kürzeren Etappen erreichten wir Olderfjord, ein Vekehrsknotenpunkt am arktischen Ozean. Der eher kleine Ort ist jedoch ein Touristenzentrum, denn hier gibt es einen Souvenierladen und ein Cafe bei dem den ganzen Tag über Busse halten. So haben massenweise Touristen die Möglichkeit sich zu versorgen.

Wir nutzen den Campingplatz direkt am Souvenierladen und hatten einen tollen Stellplatz mit Meerblick. Hier erlebeten wir auch die kältesten Duschen unseres Lebens die selbst Harald beinahe zu kalt waren. Zu Lydia Leidwesen funktionierte der Warmwassermüzautomat nicht und sie ist beim Duschen fast erfroren. Das Wetter war jedoch sonning und so waren wir schnell wieder aufgewärmt.

Wir statteten auch dem kleinen Supermarkt einen Besuch ab und waren beeindruckt das es hier alles und noch mehr gab was man für den täglichen Bedarf braucht. Lydia hat schöne Wolle für einen Norwegerpullover erstanden, wofür der Laden auch bekannt ist.

Von Olderfjord schlängelt sich die Straße in einem Auf und Ab durch die schöne Küsten-Landschaft. In der frischen frühmorgentlichen Luft lies sich fast ohne Verkehr sehr gut laufen. Die Wege sind jetzt lang, denn die Straße folgt der zerklüfteten Küste und man nimmt fast jede Bucht mit.

Allerdings beginnt jetzt auch die Strecke mit den fünf Tunneln, die abkürzen bzw. auf die Nordkap-Insel führen. Aber zunächst windet sich der Weg an der Küste entlang. Bei bestem Laufwetter konnten wir die schöne Aussicht auf Meer und Land genießen. Der Wind war dabei erträglich und behinderte kaum. Immer wieder sahen wir jetzt Rentiere neben dem Weg oder gar auf der Straße.

Der erste Tunnel ist recht neu und mit einem Radweg ausgestattet. Laufen war also kein Problem und die 3,6 Kilometer machten richtig Spaß. Der zweite Tunnel ist ca. 500 Meter lang und lies sich auch gut laufen.

Der berühmte Nordkap-Tunnel ist schon etwas älter und hat keinen Radweg. Er führt über 6,8 Kilometer unter dem meer durch auf die Nordkap-Insel und wir waren sehr unsicher ob man den Tunnel laufen kann und soll. Da wir nicht wussten wie er innen aussieht und ob überhaupt Platz für Läufer ist, haben wir uns entschlossen den Tunnel zusammen zu fahren. Ebenso machten wir es mit dem Honningsvåg-Tunnel, der 4,3 Kilometer lang ist.

So waren unsere Laufetappen in den Tagen vor der Ankunft am Nordkap etwas zerstückelt. Aber wir haben alles gut und ohne Probleme bewältigt. Das Wetter spielte auch mit und so brachen die letzten beiden Tage an.

Die Wetteraussichten für den Ankunftstag waren jedoch eher schlecht. Es war von trübem, regnerischen Wetter die Rede und auch von Dunst und Wolken. Der Vortag began dagegen mit ganz prächtigen Sonntagswetter, d.h. blauer Himmel und Sonne. So liefen wir dann auch unsere Einheiten bei strahlendem Sonnenschein und trafen uns an einem Campingplatz den wir als Nachtlager nutzen wollten.

Doch bevor wir eincheckten diskutierten wir über die Wetterausssichten und das wir jetzt an einem Sonnentag auf dem Campingplatz sitzen würden um dann morgen bei Regen das Nordkap zu erreichen. Es war noch recht früh am Tag und deshalb entschieden wir uns dafür die beiden noch anstehenden Laufetappen noch am selben Tag anzugehen.

Nun hieß das nicht nur quasi doppelte Kilometer für den Tag, sondern auch noch eine ganze Menge Höhenmeter, denn das Nordkap liegt auf einem Hochplateau. Außerdem war der Verkehrsarme frühe Morgen mittlerweile vorbei, wir würden also im normalen Verkehr laufen müssen.

Trotzdem gingen bzw. liefen wir es an und es war eine sehr große Herausforderung, die uns auch körperlich einige abverlangte. dennoch war es ein absolutes Hochgefühl als wir es dann mit diesem Kraftakt zum Nordkap geschafft hatten. Lydia lief die letzten Kilometer zum Nordkap-Prakpaltz und brachte so das Team ins Ziel.

Wir waren euphorisch und spürten die Strapazen des Tages kaum als wir bei bestem Wetter das Nordkap ausgiebig erkundeten, vielen Bilder machten und uns einfach nur freuten.

Dann gönnten wir uns etwas Ruhe und warteten auf den Sonnenuntergang, den wir dann auch noch am Nordkap erleben durften. Da man dort nicht übernachten darf fuhren wir ein Stück zurück zu einem Parkplatz und gingen, geschafft aber überglücklich ins Bett.

Das Projekt Nordkap100 war damit (fast) beendet (siehe Bonus).

Das Video zeigt unsere letzten Etappen, die Ankunft und das Nordkap: https://youtu.be/RaxQgpMiwFs

Bonus: Tunnel-Durchlauf

Ein kleine Rechnung hatten wir noch offen mit der Strecke zum Nordkap und das waren die beiden Tunnel. Nun hatten wir gedacht, die könne man nicht laufen da keine Radwege vorhanden sind. Bei der Durchfahrt stellten wir jedoch fest das es zwar schmale, aber begehbare Bürgersteige gibt.

Wir recherchierten und erfuhren, dass weder Durchfahren mit dem Fahrrad noch Gehen oder Laufen verboten ist, d.h. man könnte tatsächlich durch die Tunnel laufen. Allerdings ist das sicher keine gute Idee im täglichen Verkehr, auch wenn das nicht verboten ist.

Wir nutzen mal wieder den ganz frühen Tag und Harald machte sich an die Aufgabe beide Tunnel zu durchqueren. Als Streakrunner würden wir an dem Tag eh laufen und dann konnten wir auch die Tunnel dafür benutzen.

Es lief wunderbar ab, fast ohne Verkehr und auf dem Bürgersteig lies sich sehr gut laufen. Trotzdem war es eine große Herausforderung so lange untertage zu sein. Dabei hat der lange Nordkap-Tunnel auch noch einige Höhenmeter zu bieten, denn es geht erstmal 211 Meter nach unten unter das Meer und dann wieder nach oben auf Meereshöhe.

Im Nordkap-Tunnel traf Harald dann auch noch einen Wanderer aus Schottland, der sich am Anstieg mit seinen Stöcken abmühte. Es war ein tolles Gefühl das Licht und Lydia am Ende des Tunnel wieder zu sehen und damit die Lücken bei unserem Lauf ans Nordkap geschlossen zu haben. Lydia nutzte die Gelegenheit ein Stück Weg zu laufen das sie auf der Hintour gefahren war und genoss den schönen Ausblick.

Übrigens bleib es an diesem Tag auch noch schön, aber das konnten wir ja nicht ahnen.

Das Tunnel-Video findest du hier: https://youtu.be/wgSRzQLUp4Y